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- Carolina Monroy Rosso
- Nov 10, 2019
- 3 min read
Reutlingen, 08.11.2019
Sehr geehrten Damen und Herren,
Mein Name ist Maria Fernanda Navarro, ich komme aus Bolivien und studiere seit zwei Jahren in Reutlingen.
Populismus ist ein aufsteigendes Problem in Lateinamerika und leider hat das sowohl interne als auch externe Konsequenzen.
Was gerade in meinem Land passiert ist extrem berichterstattungswürdig, da das Land auf dem Weg zu einer unmenschlichen Diktatur vom Präsident Evo Morales und seiner politischen Partei geführt wird. Mir wurde schon gesagt, dass falls ich nichts auf Social Media schreiben würde, hätten viele nichts von dieser Katastrophe mitgekriegt.
Die Präsidentschaftswahl Boliviens fand am 20. Oktober 2019 statt, wobei später Nachweis auf zahlreiche Fälle von Wahlbetrug gefunden wurde. Diese „Irregularitäten” haben Evo Morales ermöglicht in der ersten Runde seinem Sieg zu verkünden. Laut der bolivianischen Konstitution benötigt der Sieger einer Präsidentschaftswahl in der ersten Wahlrunde entweder mehr als 50% der Stimmen oder mehr als 40% und mindestens zehn Punkte Abstand zum Zweitplatzierten. Im Laufe des 20. Oktobers zeigte die Tendenz ganz deutlich, dass es eine Stichwahl geben würde. Aber am Sonntag abend ist das System „abgestürzt“ bei 83% der gezählten Stimmen. Allerdings was eigentlich passiert ist, ist dass die offizielle Wahlinstitution Boliviens der Firma NEOTEC den Auftrag erteilt hatte, die schnelle Transmission der Daten zu stoppen. (Der CEO von NEOTEC hat sich über dieses Ereignis in CNNE letzte Woche geäuβert). Am nächsten Tag, als das System wieder eingeschaltet wurde, hatte Evo Morales schon mehr als 10% Unterschied zu seinem Opponent Carlos Mesa. Das hat in friedliche Proteste im ganzen Land resultiert, da die Bevölkerung sich weigert, so wenig Transparez zu akzeptieren und vor allem streiken sie für die Sicherung der Demokratie. Ganz zu schweigen, wenn Evo Morales doch als Präsident bleibt, wäre das seine 4. Amtszeit obwohl die Konstitution dies nur zweimal erlaubt. Am 21. Februar 2016 gab es ein Referendum, wo es entschieden würde ob Evo Morales sich nochmal zur Wahl von 2019 stellen dürfte. 53% der Menschen haben nein gesagt. Dennoch hat er dieses Ergebnis nicht respektiert mit dem Argument, dass es sein Menschenrecht sei.
Dieser Wahlbetrug wurde sogar von Ingenieuren nachgewiesen – sie haben die Ergebnisse der Akte in Excel gerechnet, und damit (auch in CNNE) gezeigt, dass es mehr Stimmen als die Abstimmenderanzahl gab. Viele haben auch germerkt, dass ihren Toten Verwandte auch gewählt hatten. Das kann man mit der Identifikationsnummer einer Person geprüft werden. Nachher würden auch Videos hochgeladen, die zeigen wie Leute die für die Wahlinstitution arbeiten, Wahlurnen öffneten und Wahlen mit verfälschtem Stimmzetteln für Evo Morales gewechselt hatten. Nichtsdestotrotz verneinen die Regierende alle diese Evidenz.
Evo Morales, der die Macht nicht loslassen will, hat schon die Polizei geschickt und den „Treuebonus“ vergegeben (welcher einen Betrag von circa 350 EUR gleichwertig ist), um die friedlichen Demonstranten zu vergasen. Seine Regierung hat Kokablattbauern, Bergarbeitern und arme Leuten bezahlt, um die Städte bewaffnet zu betreten und Gewalt und Störung zu verursachen. Er erklärte auch, dass er die Städte einschließen werde, damit keine Vorräte, Lebensmittel oder Grundbedürfnisse hereinkommen könnten. Alle seine Erklärungen und letzten Aktionen haben Völkermordwürdige Qualifikationsgesetze erreicht, da diese die Menschenrechte und Grundrechte des bolivianischen Volkes verletzen. Dennoch gibt es kaum Berichterstattung über die Gräueltaten in Bolivien.
Ich würde gerne mehr über dieses wichtige Thema in den Medien lesen /sehen und wäre bereit, darüber zu schreiben, am Telefon darüber zu sprechen und alles, was bei der Wahrung meiner Anonymität hilfreich ist. Ich bin eng mit unzähligen Menschen zu Hause verbunden und bin mir der Ereignisse und Aktualisierungen in jeder Minute bewusst. Dies kann nicht unausgesprochen bleiben, insbesondere angesichts der unmenschlichen Entscheidungen und Maßnahmen, die die derzeitige Regierung ergreift. Alle Erklärungen und Maßnahmen, die dazu führen werden, dass die Grund- und Lebensbedürfnisse der Bevölkerung des Landes beschnitten werden und ihnen nicht einmal der Zugang zu Wasser gestattet wird, sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit nach internationalem und bolivianischem Recht. Die größte Furcht Bolivianer ist wie in Venezuela zu leben. Da Evo Morales eine enge Verbindung zum Diktator Nicolas Maduro hat und in die gleiche Linie geht, befindet sich die Demokratie Boliviens im Spiel.
Ich habe schon ein Paar Artikel in Deutschland über das Thema gelesen und ich verstehe, dass ihr ganz objektiv mit der Situation bleiben müsst. Allerdings bitte ich euch Quellen von der bolivianischen Regierung nicht als vertrauenswert zu qualifizieren. Da zeigen sie nur was sie wollen und sind nicht eine echte Reflektion von der Realität des Landes.
Am Freitag 8. November hat sich die Polizei in vielen Städte entschieden dem Volk statt der Regierung zu schützen, was Hoffnung für viele bedeutet. Nicjtsdestotrotz ist der Kampf noch nicht vorbei.
Ich bedanke mich im Voraus und bitte Sie mir Bescheid zu geben ob ich noch hilfreich sein kann.
Mit freundlichen Grüßen,
Maria Fernanda



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